Rezension

Helgen

Halb Oder Gar Nicht


Highlights: Paul & Peter // Das Rätsel // Halb Oder Gar Nicht
Genre: Indie // Pop // Psychedelic
Sounds Like: Die Höchste Eisenbahn // Spaceman Spiff // Fortuna Ehrenfeld

VÖ: 04.08.2017

Dass sich die Hamburger Band Helgen laut ihrem Debüt „Halb Oder Gar Nicht“ schon mit der Hälfte zufrieden gibt, ist natürlich sehr genügsam, hat aber mit dem, was das Trio auf ihrem ersten Langspieler abliefert, wenig zu tun. Hier wird nämlich auf ganzer Strecke feinste Popmusik mit viel Liebe zum Detail gesponnen und auf die Bühnen der Republik gebracht. Nachdem sie sich in einem Studiengang für Popmusik in Hannover kennenlernten, wird Helge, Timon und Niklas schnell klar, dass hier Potential vorhanden ist. Sie düsen zurück nach Hamburg und nehmen die Dinge fortan als Helgen in die Hand. Unter der Produzentenfuchtel Olaf Opals (The Notwist, Sportfreunde Stiller) sind dabei fünfzehn Stücke entstanden, welche sich vieler Genres bedienen und daraus sehr zeitgemäße Musik formen.

Nach den kurzen Pianoklängen vom Intro „Anfang“ sorgt in „Fernsehturm“ direkt eine Steel-Drum für karibisches Flair. „Das Vergessnis“ wird im Anschluss von einer verspielten Bassmelodie angetrieben und dabei von einer psychedelisch angehauchten Gitarre umgarnt. In „Paul & Peter“ wird dann, angeführt von einem hämmernden Piano und krachendem Schlagzeug, das Verhältnis zwischen den Protagonisten beackert. Mit dem abschließendem „Halb Oder Gar Nicht“ und den einsetzenden Trompeten wird dieser Veröffentlichung dann noch ein angemessenes Ende kredenzt.

In Helgen-Songs ist viel los. Trotzdem wirken sie zu keinem Zeitpunkt überladen und verschaffen jedem Sounddetail den richtigen Platz und den durchweg intelligenten Texten die passende Basis. Der FAZ-Feuilleton nennt Helgen „ein großes Versprechen“.Zu Recht – spannendes Debüt.

Sönke Holsten

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