Rezension

Grandaddy

Last Place


Highlights: Evermore // That's What You Get For Gettin' Outta Bed // Jed The 4th
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Sparklehorse // Build To Spill

VÖ: 03.03.2017

2006 verabschiedeten sich Grandaddy mit „Just Like The Fumbly Cat“ aus dem Musikgeschäft und sangen, dass sie nicht wiederkommen würden. Zum Glück für alle Fans kam es nun doch zu einem Stimmungswandel und die Band um Jason Lytle hat sich wieder zusammengefunden. Neben dem einen oder anderen Konzert gibt es mit „Last Place“ endlich neues Material der Kalifornier und es fühlt sich an, als wären sie nie weg gewesen.

Endlich wird die wunderbare Stimme Lytles wieder in melancholische Indie-Klänge gehüllt. Vielleicht hier und da noch ein wenig ruhiger als die Platten zuvor, weniger Ausbrüche, dafür aber mindestens genauso melodisch. Manchmal wundert man sich, wie zerbrechlich und berührend so minimalistische Musik doch sein kann. Ein paar Synthie-Sounds, eine Gitarre und Drums bilden das Grundgerüst, Lytles Vocals das Sahnehäubchen. Dass dabei am Ende die Songs ein wenig glatter sind als früher, ist durchaus positiv, ergeben sie doch ein stimmiges Gesamtbild. Zwar kann man Stücke wie „Evermore“ oder „That’s What You Get For Gettin‘ Outta Bed“ wegen ihrer durchaus vorhandenen Hit-Qualitäten hervorheben, aber eigentlich ist das gar nicht nötig. „Last Place“ hat keine wirklich schwächeren Lieder, alles wirkt gut durchdacht und passend.

So kann man als Fan mehr als nur zufrieden sein. Ein Comeback nach elf Jahren bietet durchaus die Möglichkeit, komplett in die Hose zu gehen. Grandaddy sind vielleicht älter geworden, ansonsten ist alles beim Alten. Und das ist sehr schön so.

Lewis Wellbrock

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