Rezension

Gorillaz

Humanz


Highlights: Ascension // Andromeda // Busted And Blue
Genre: Hip-Hop // Pop
Sounds Like: Damon Albarn // De La Soul

VÖ: 28.04.2017

Lange Zeit war es still um die Comic-Band von Indie-Legende Damon Albarn, nun sind die Gorillaz mit “Humanz” wieder da. Das fünfte Studioalbum ist erneut ein riesiges Machwerk, dem etliches an Arbeit vorausging und das von Gaststars nur so wimmelt. Trotzdem kann die Platte mit den vorhergegangen Meisterwerken, wie etwa dem überragenden “Plastic Beach”, nicht mithalten.

Mangelnde Entwicklung kann man den Gorillaz natürlich erneut nicht vorwerfen. “Humanz” ist ein weiterer Schritt in Richtung Hip-Hop und Black Music, die gesanglichen Anteile Albarns sind nochmal ein bisschen weniger geworden. Das macht die Lieder nicht prinzipiell schlechter, es stehen nur die Gaststars weiter im Mittelpunkt. Dabei sind einige wirklich tolle Stücke entstanden, ein roter Faden ist jedoch nicht zu erkennen, was aus “Humanz” eher eine Black Music Compilation macht als ein stimmiges Album. Zwar waren bei den Vorgängerplatten auch verschiedenste Sounds auszumachen, diese wurden jedoch durch die Anteile Albarns zu einem harmonischen Album geformt. Dass “Humanz” mit 20 Liedern dazu auch noch ein sehr großes Album geworden ist, führt am Ende zu der einen oder anderen Länge, die man so von den Gorillaz nicht gewöhnt ist. Klar, es gibt immer noch genug Highlights, etwa das wunderschön eingängige Synthpop-Stück “Andromeda” oder das ruhigere “Busted And Blue”, sogar eine Zusammenarbeit mit Noel Gallagher ist zum Abschluss zu finden.

Trotzdem, Damon Albarn hat sich mit seinen vorangegangenen Platten selbst eine enorm hohe Messlatte gelegt, die er dieses Mal nicht überspringen kann. Vielleicht auch, weil ein Übersong wie “Feel Good Inc.” oder “On Melancholy Hill” fehlt, ist “Humanz” neben dem am Ipad produzierten “The Fall” das schwächste Album der Band.

Lewis Wellbrock

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Video zu "Andromeda"

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