Rezension

Glen Hansard

Rhythm & Repose


Highlights: Birds Of Sorrow // What Are We Gonna Do // Songs Of Good Hope
Genre: Singer-/ Songwriter // Drama-Pop
Sounds Like: The Frames // The Swell Season // Marcus Foster

VÖ: 15.06.2012

Kann man „Glen Hansard“ sagen, ohne gleichzeitig „Dramaqueen“ zu meinen? Seine Musik jedenfalls klingt wie das Klangkostüm für herzergreifende Filmszenen, jene großen Momente in Slow Motion, wenn er und sie sich trotz aller Hindernisse im strömenden Regen in die Arme fallen und im Kino endlich wieder das Licht angeht.

Hansard, der Mann mit dem Welpenblick, und seine Stimme vermögen so ziemlich jede Situation klingen zu lassen und zwar so ehrlich, so stürmisch, so tief das Mark erschütternd, dass man ihn um sein Talent und seine immer noch kaputte Gitarre (sogar bei den Simpsons durfte er mit dieser auftreten) beneiden möchte.

Ob Hansard singt, jammert oder sich gar die Seele aus dem Leib schreit – den Ton trifft er immer. Und es ist egal, ob der Ire auf seinem ersten Soloalbum „Rhythm & Repose“ das alltägliche Melodrama besingt oder versucht, auch mal entspannte Vibes auszusenden ('Maybe Not Tonight', 'Talking To The Wolves'), spannungsgeladen ist hier trotzdem alles. Aber warum über etwas mäkeln, was einfach klappt? Hansard kann, was er tut und ist da ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr: Für den Titeltrack zum Film „Once“ haben Hansard und die tschechische Singer-/Songwriterin Marketa Irglova einen Oscar einheimsen können, gemeinsam mischten sie auf dem „I'm Not There“-Soundtrack mit und haben als The Swell Season 2007 ein Album auf den Markt gebracht. Neben all dem ist Hansard auch noch Frontmann der Band „The Frames“ und tritt bei Gelegenheit gerne mal mit Größen wie Eddie Vedder auf. Komisch eigentlich, dass Hansard und seine Musik bisher nicht stärkere Beachtung gefunden haben!

Ja, auf dieser Platte explodieren ständig die Emotionen, ja, das klingt hin und wieder auch alles überfrachtet und trieft vor Pathos, und: ja, manchmal ist das anstrengend. Warum aber sollte jemand mit dem Stimmvolumen und den Möglichkeiten, kurz jemand mit Hansards Stimme Zeilen wie „Love is gonna find us again! Love is gonna find us, we gotta be ready then!“ vollkommen cool runterleiern – Verse wie diese brauchen keine falsche Bescheidenheit, manchmal brauchen sie einfach genau das, was Hansard mit ihnen macht.

Silvia Silko

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