Rezension

Gesaffelstein

Hyperion


Highlights: Blast Off [ft. Pharrell Williams] // Vortex // Humanity Gone
Genre: Elektro
Sounds Like: The Glitch Mob // LCD Soundsystem // Soulwax // Daft Punk

VÖ: 08.03.2019

„Hyperion“ ist trotz beeindruckender Präsenz und einer langen Liste an Remixen und Produzentenarbeit erst das zweite Album binnen zehn Jahren Tätigkeit, welches Mike Levy unter seinem Künstlernamen Gesaffelstein veröffentlicht. Bislang stachen insbesondere seine eigenen Stücke immer durch eine im Elektro/French-House-Stil eher unübliche düstere Produktion heraus. EBM statt EDM mochte man zeitweise meinen, so sehr wucherten etwa „Pursuit“ und „Obsession“ in den „Gothic-Techno“ der 80er und 90er hinein.

Eines lässt sich schnell feststellen: „Hyperion“ ist völlig anders. Gesaffelstein hat sich in den sechs Jahren zwischen „Aleph“ und „Hyperion“ in eine komplett andere Richtung entwickelt und überrascht mit einem für ihn ungewöhnlichen Sound. Eine melancholische Grundnote ist geblieben, ansonsten fährt Levy sowohl Tempo als auch Lautstärke deutlich zurück. Die Features mit Pharrell Williams und The Weeknd klingen eher nach den Gästen als nach dem Gastgeber und wütend nach vorn gehende Stampfbeats sucht man vergeblich.

Stattdessen lädt er schon einmal ein, sich zehn Minuten Ambient mit Jazzsaxophon gen Ende anzuhören, was für einen Produzenten von Popmusik eher ungewöhnlich ist. „Hyperion“ ist ein ziemlicher Spagat zwischen offensichtlichen Hits wie „Lost In The Fire“ mit The Weeknd, dessen Manko der Text ist, und einem verträumten, aber dennoch nicht zum Einschlafen geeigneten Klangbild, welches den Großteil von „Hyperion“ ausmacht.

Klaus Porst

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