Rezension

Fruit Bats

Gold Past Life


Highlights: Gold Past Life // The Bottom Of It
Genre: Indie-Folk // Softrock
Sounds Like: The Shins // Foxygen // Blitzen Trapper

VÖ: 21.06.2019

Herrliche Erinnerungen an die goldene Zeit des Indie-Folk werden bei vielen wach, wenn der Name Fruit Bats fällt. Seit Anfang 2000 veröffentlicht die Band schöne Folkmusik irgendwo zwischen Bowerbirds, Blitzen Trapper und The Shins. Bei Letzteren war der Mastermind der Band, Eric D. Johnson, selbst länger aktiv und so finden sich immer wieder Parallelen im Sound der beiden Gruppen. Den Fruit Bats selbst fehlte für den Durchbruch bisher der ganz große Hit. Dafür steht die Band aus Chicago für stimmige Alben und entspannte, sonnige Sounds – auch mit „Gold Past Life“ ändert sich dies nicht. Die Musik ist so unaufgeregt und sommerlich, dass ein aufdringlicher Hit und Ohrwurm vielleicht gar nicht ins Konzept passen würde.

Das mittlerweile siebte Album der Band eröffnet leicht und poppig, es wird sogar ganz zart mit Soul-Elementen gespielt. Der Start mit „The Bottom Of It“ und dem Titeltrack ist sehr gelungen. Danach wird hauptsächlich auf Altbewährtes (nämlich Folk) zurückgegriffen. Es beschleicht einen das Gefühl, dass man vieles davon schon mal gehört hat. Zum Teil von Indie-Folk-Bands der letzten 15 Jahre und zum Teil von US-amerikanischen 70er-Jahre-Softrock-Kapellen – etwas Schlechtes ist das aber nicht: Das Album ist sehr gefällig und hat vor allem nach unten in keiner Weise einen Ausreißer oder Durchhänger.

Den Fruit Bats gelingt hier der perfekte Soundtrack dafür, sich bei einem Festival in brüllender Hitze hinten in den Schatten in die Nähe der Bühne zu setzen und sich kurz auf dem Rasen auszuruhen von der letzten langen Nacht und bevor man wieder richtig durchstartet. Ein alternatives, passendes Setting für die Platte wird am Ende in „Two Babies in Michigan” besungen: „Oh sister, do you remember that time // When we were lined up waiting for the waterslide // swollen clouds and airplanes in the sky”.

Ob „Gold Past Life“ den Sommer überdauern wird und auch im Winter oder sogar im nächsten Sommer noch gehört wird, darf angezweifelt werden. Trotzdem ist es ein wirklich kurzweiliges Album für diesen Sommer geworden, das Lust auf Mußestunden in Parks und Cafés macht.

Marian Krüger

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