Rezension

Foals

Everything Not Saved Will Be Lost Part 2


Highlights: Neptune // Into The Surf // Black Bull
Genre: Indierock
Sounds Like: Alt-J // Bloc Party // Black Keys // Arctic Monkeys // Arcade Fire

VÖ: 18.10.2019

Sehr kreativ und spielfreudig zeigen sich Foals im Jahre 2019. Gleich zwei Alben bringen die Engländer in diesem Jahr heraus. Nach „Everything Not Saved Will Be Lost Part 1“ im März steht nun ein halbes Jahr später der zweite Teil dazu an. Soundtechnisch habe man die Aufnahmen etwas getrennt, so die Band. War das sehr gelungene Frühlingswerk eher der ruhigen, aber experimentellen Seite zugewandt, ist Part 2 vor allem eines: Eine Ansammlung potentieller Indierockhits. Die Vorabsingles „The Runner“ oder „Black Bull“ bedienen dabei die schnelle, gitarrengetriebene Schiene, während „Into The Surf“ das Tempo komplett rausnimmt und als schöne Ballade etwas Ruhe reinbringt.

Allerdings war es auch sehr clever von Foals, genau diese drei Songs vorab zu veröffentlichen, sind es doch mit die Stärksten des Albums. „Dreaming Of“, „Like Lightning“ oder „10.000 Feet“ sind nicht schlecht, aber genauso schnell aus dem Ohr heraus wie hinein. „Like Lightning“ versucht sich dabei sogar als Black-Keys-Rip-Off. Im ersten Moment groovt es schon recht cool, die Halbwertszeit ist jedoch kurz. Dazu gesellen sich mit „Ikaria“ und „Red Desert“ noch zwei kurze, verzichtbare Intros und „Neptune“.

Eben dieses „Neptune“, am Ende platziert, entschädigt jedoch für die etwas belanglosen Rocknummern. Ein Drittel von „Everything Not Saved Will Be Lost“ einnehmend, breiten Foals hier auf zehn Minuten den gesamten Teppich aus. Gitarrensoli, die bis in den Stadionrock der 70er zurückreichen, dazu die gesanglich ganz große Geste, beides natürlich für den Liveabschluss einer jeden Show gedacht, wenn man halb jammend, halb lärmend, noch einmal alles aus dem Publikum kitzeln möchte, um den möglichst großen Abgang zu inszenieren.

Klaus Porst

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"The Runner"

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"Into The Surf"

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