Rezension

Fionn Regan

Cala


Highlights: Collar Of Fur // Volca // Brass Locket
Genre: Singer-Songwriter
Sounds Like: All The Luck In The World // Sufjan Stevens // Bon Iver // Fleet Foxes

VÖ: 09.08.2019

Was soll man sagen zu einem Album, zu dem nicht einmal der Künstler selbst viel zu sagen hat? „Es ist mir ein Rätsel, wie sich die Songs entwickeln“, sagt der irische Singer-Songwriter Fionn Regan über sein eigenes Songwriting. Zum mittlerweile fünften Mal ist es einfach passiert, und mit „Cala“ haben wieder zehn neue Songs das Licht der Welt erblickt.

Und es war eine glückliche Geburt. Denn man kann sagen, dass sich Fionn Regans Musik schon immer und auch hier unglaublich organisch angefühlt hat – zugänglich und warm, aber nie langweilig, weil Fionn Regan tatsächlich dieses Gespür für gute Songs hat, auch wenn er sich selbst da gar nicht so sehr die Rolle des kreativen Künstlers zuschreiben will. Und wenn man nun vor die Aufgabe gestellt ist, über ein Album wie „Cala“ zu schreiben, kann dies allenfalls dadurch gelingen, dass man darüber schreibt, was denn die Musik in einem selbst auslöst. „Cala“ ist ein rundum schönes Singer-Songwriter-Album geworden, mit feinen Gitarrenpickings, verhalltem Klavier, sanftem Gesang und gezielt eingesetzten Effekten zur Untermalung – ein Album, das man allen, die dem Genre etwas abgewinnen können, absolut empfehlen kann. Was aber diese Musik beim jeweiligen Hörer auslöst, wird sehr davon abhängen, in welchen Momenten sie ihn begleitet.

Denn „Cala“ ist kein Album, das sich aufdrängt, sondern ein in seiner verhaltenen Art immer irgendwie passender Soundtrack, nicht zu dunkel, aber immer leicht melancholisch, dabei stets harmonisch und ausgeglichen, feinsinnig und sanft. Interessanterweise greift Regan dann in seinen Texten gerne zu Natur- und Landschaftsbildern und fängt seine von Orten geprägte Stimmung in seinen Songs ein. Als ob er diese in Songs konservierten Momente dem Hörer seines Albums mitgeben will, damit er sich selbst darin wiederfinden kann. Spannend, dass „Cala“, das spanische Wort für Bucht, der Titel eines Albums ist, in dem Regan selbst zwischen Verloren- und Geborgenheit mäandert und „Cala“ zugleich genau das geworden ist, ein Album, das ein Stück Geborgenheit schenken kann, wenn man es selbst zulässt.

Kilian Braungart

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