Rezension

Feist

Let It Die


Highlights: Gatekeeper // Secret Heart // Let it die // Leisure Suit // When i was a young girl
Genre: Indiepop // Folk // Frenchpop // Jazz
Sounds Like: spaeter Jeff Buckley // Kings of Convenience // Broken Social Scene

VÖ: 13.09.2004

"It's just another frame in the bigger picture” ist Leslie Feists Kommentar zu ihrem zweiten Soloalbum “Let it die” und damit spielt sie ihr neustes Werk stark herunter. Dadurch, dass sie bei Broken Social Scene und Kings of Convenience mitgewirkt hat und auch noch ab und zu mitwirkt, ist sie nicht allzu unbekannt. Mit “Let it die” ging die 29jaehrige 15 Monate auf Tour durch Europa und Nordamerika und sang sich somit nach knapp fuenf Jahren, die seit ihrem Solodebut “Monarch” vergangen waren, wieder zurueck in die Koepfe der Musikliebhaber.

Nicht nur musikalisch hat sich Mrs. Feist veraendert. Nachdem ihre Kindheit von Umzuegen durch Kanada gepraegt war und sie dort auch musikalisch zuerst Fuss fasste, lebt sie nun in Paris. Die franzoesischen Musikeinfluesse sind auf “Let it die” kaum zu ueberhoeren. So entfernt sie sich mehr und mehr vom gitarrenlastigen Indierock und wendet sich mehr dem Folk, Jazz und Frenchpop zu. Trotz des “genre-hopping”, das es schwierig macht ein in sich stimmiges Album aufzunehmen, wirkt “Let it die” nicht wild zusammen gewuerfelt, sondern wird von den wohl ueberlegt aneinandergereihten Songs, bei denen die Musik um Leslie’s Stimme herumgebaut wird, zusammengehalten. Zusaetzlich befinden sich Coverversionen von Songs ihrer liebsten Singer-/Songwriter, wie Ron Sexsmith und Willie Nelson auf dem Album.

Leslie Feist schrieb fast alle Songs in Paris und nahm sie dort auf, somit ist es nicht verwunderlich, dass “Let it die” von Kritikern als ihr Frenchpop Album bezeichnet wird. Insgesamt klingt das Album romantisch und oft auch bittersuess traurig. Jeder Song nimmt den Hoerer aufs neue ein.

Bereits der erste Song “Gatekeeper” fuehrt in die Thematik des gesamten Albums ein, naemlich die Unbestaendigkeit der Liebe und dass trotz des gebrochenen Herzens weiterhin Optimismus fuer die Zukunft besteht. “Let it die” ist wohl der emotionale Hoehepunkt des Albums, sowohl ueber das Ende und den Anfang einer Beziehung singt Leslie Feist (Chorus: "The saddest part of a broken heart isn't the ending so much as the start"). Zugleich traurig schoen und hoffnungsvoll klingt dieser Song und gerade ihre Stimme hebt sich in diesem Song, wie in keinem anderen hervor. Ihre Version von Ron Sexsmiths “Secret Heart” zeichnet sich durch die Verletzlichkeit aus, die durch den Song ausgedrueckt wird. Nicht nur ihre Stimme wirkt zerbrechlich, auch die Instrumente unterstuetzen diesen Effekt. Mit “Tout Doucement”, dem einzigen franzoesischsprachigen Song des Albums, schafft Leslie es einen Song zu zaubern, der einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Coverversionen sind zum Beispiel "Inside Out" (Bee Gees) und die Klavierballade "Now at Last” (Haynes), die das perfekte Ende des Albums darstellt.

Trotz der vielen Coverversionen heben sich Leslie Feists eigene Songs hervor, auch wenn man sich wuenscht, dass es mehr davon auf “Let it die” gaebe. Dies ist der einzige negative Punkt an diesem Album.. Abschliessend kann es nur Leslie selbst perfekt ausdruecken: "I've never worked on anything for long unless I loved it, and if you love something for long enough you take ownership of it “ und das ist nicht zu ueberhoeren.

Verena Blättermann

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