Rezension

Efrim Manuel Menuck

Pissing Stars


Highlights: Black Flags Ov Thee Holy Sonne // The Beauty Of Children And The War Against The Poor // Pissing Stars
Genre: Drone // Industrial // Noise
Sounds Like: Godspeed You! Black Emperor // Nine Inch Nails // SunnO))) // Earth // Boris

VÖ: 02.02.2018

Als Mitglied von Godspeed You! Black Emperor und als eine Art „Frontmann“ von A Silver Mt. Zion hat sich Efrim Menuck einen großen Namen im Bereich des Post-Rock gemacht. Nun erscheint sein zweites Soloalbum, auf welchem er musikalisch andere Richtungen einschlägt, ohne jedoch den grob gewählten Weg zu verlassen. War das Debüt noch vor allem eine Ansammlung von Ideen und Blaupausen, ist „Pissing Stars“ nun in jeglicher Hinsicht vollendet. In einer dystopischen Klangwelt versammelt Menuck hier Flächensounds, Geräusche und Gitarrendrones, untermalt mit seinen seit jeher leidenden Gesangseinlagen, die hier jedoch völlig passend sind.

Mit Godspeed You! Black Emperor und A Silver Mt. Zion hat dies alles nicht viel gemein. Es fehlen die Streicher, es fehlt auch der Drang nach vorn. „Pissing Stars“ rockt nicht, in keinster Weise. Überschneidungen findet man hingegen in der Grundstimmung. Wie jeher transportiert Menuck die Botschaft um den katastrophalen Zustand der Welt.

„Pissing Stars“ ist düster und bleischwer. Finstere Industrialgeräusche bahnen sich ihren Weg durch das Dickicht. Ausbrüche gibt es so gut wie keine, lediglich Lethargie. Die Welt, so transportiert es Menuck, scheint verloren, mit nur einem Fünkchen Hoffnung. Die Titel tun ihr Übriges: „The State And Its Love And Genocide“, „A Lamb In The Land Of Payday Loans“ oder „The Beauty Of Children And The War Against The Poor“. Die Atmosphäre dabei ist so fesselnd dicht, dass man diese Musik nicht nebenher hören kann, sondern nur, indem man völlig eintaucht. Insbesondere der letztgenannte Song sticht dabei durch einen nervösen Rhythmus, der Menucks Klagegesang begleitet, hervor.

Überraschend dabei, dass die Hintergrundgeschichte zum Album eigentlich eine Liebesgeschichte ist, nämlich die zwischen der Fernsehfrau Mary Hart und Mohammed Khashoggi, dessen Vater ein saudiarabischer Waffenhändler war. Diese Story nahm Menuck als Jugendlicher wahr und sie ließ ihn seitdem nicht mehr los. „Pissing Stars“ ist nun die künstlerische Beschäftigung mit dieser ungleichen Geschichte.

Klaus Porst

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