Rezension

Efrim Manuel Menuck & Kevin Doria

Are Sing Sinck, Sing


Highlights: Do The Police Embrace?
Genre: Drone // Noise // Ambient
Sounds Like: Jessice Moss // Set Fire To Flames // SunnO)))

VÖ: 10.05.2019

Seine Stimme ist das verkörperte Leiden: Mit jedem seiner zahllosen Projekte legt Efrim Menuck den Finger in die zahlreichen offenen Wunden von Staaten und Gesellschaften. „Are Sing Sinck, Sing“ folgt vom Sound her seinem letzten Soloalbum „Pissing Stars“ (und somit nicht Godspeed You! Black Emperor oder A Silver Mt. Zion). Typisch für ihn und seine Mitstreiter ist auch die stetige Wandlung des Alias, unter dem die Alben veröffentlicht werden. Wieviele verschiedene Schreibweisen es wohl allein für die beiden genannten Hauptbands gibt? „Are Sing Sinck, Sing“ läuft zum einen unter „Are Sing Sinck, Sing“, sprich, Albumtitel ist hier Bandname, andererseits auch unter Efrim Manuel Menuck & Kevin Doria. Letzterer spielte bereits auf „Pissing Stars“ eine tragende Rolle, nun arbeitet man offiziell als Duo.

„Are Sing Sinck, Sing“ führt nun also das letztjährig erschienene Werk mit gleichen Mitteln fort. Heißt: Gitarren- bzw. Amplifierdrones, schiefe elektronische Flächensounds, Menucks Jammerstimme, von der oft nur noch Laute übrig bleiben. Definitiv schwer verdauliche Kost, kaum vorstellbar als Musik für ein breites Publikum. „Are Sing Sinck, Sing“ ist erneut ein Album für eine eingefleischte, dem Kosmos der Constellation-Records-Bands zugewandte Fangemeinde und dabei sogar noch sperriger als der Vorgänger. Wer die schwermütigen Gitarren- und Streicherpassagen der im Postrock angesiedelten Godspeed You! Black Emperor und Co. sucht, findet davon hier nur noch die Schwermut, wie auch auf dem morbiden Cover, sonst jedoch keine Gemeinsamkeiten. Menuck & Doria bewegen sich hier in einer ganz eigenen, aktuell kaputten Welt.

Klaus Porst

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"Do The Police Embrace"

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