Rezension

Eagle Twin

The Thundering Heard (Songs Of Hoof And Horn)


Highlights: Antlers Of Lightning
Genre: Stoner-Doom
Sounds Like: The Melvins // Ufomammut // Dark Castle // Mastodon // Burning Witch

VÖ: 30.03.2018

Die größte Überraschung für Menschen, die Eagle Twin kennen lernen, ist meist die, festzustellen, wie viele Bandmitglieder für den Sound sorgen. Es sind genau Gentry Densley und Tyler Smith. Zusammen erschaffen sie jedoch einen raumgreifenden, unbändigen, schweren Blues-Stoner-Doommetal, der seinesgleichen sucht. Klar, wie in den genannten Genres üblich, geht es laut zur Sache, dementsprechend ist es auch eine ordentliche "Wall Of Sound", die aus den Boxen donnert. Vier neue Stücke haben sie für "The Thundering Heard" geschrieben, erreichen damit jedoch LP-Länge, auch das eher Genrekonform. Im Grunde ist selbst diese Zerstückelung nicht nötig, denn "The Thundering Heard" ist ein Monstrum aus einem Guss.

Stilbildend ist der heftige Bluesrockeinschlag, den die beiden aus ihrer Heimat Utah mitbringen. Insbesondere Densleys schwerer Pressgesang zusammen mit seinem riffgeladenen Gitarrenspiel fallen dabei ins Auge, beziehungsweise ins Ohr. Smith begleitet dies mit einem unförmigen, fast ziellosen Drumming, welches sich durch die Stücke windet. Dabei wirkt alles wie eine übertriebene Heavy-Jamsession, die eine ganze Menge Groove mitbringt.

Auf ihrem dritten Album machen Eagle Twin dabei nichts anders als bislang. Es ist die schwer schleppende Fortsetzung eines Sounds, der tief ins Mark geht und so wild ist wie das Cover der Platte. Eagle Twin haben schon immer mit Naturmotiven gespielt (nicht zuletzt im Bandnamen) und tatsächlich evoziert das Album etwas Animalisches: Eine große, wilde Jagd.

Klaus Porst

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