Rezension

Dominik Eulberg

Mannigfaltig


Highlights: Eintagsfliege // Sechslinien-Bodeneule // Neuntöter
Genre: Elektro
Sounds Like: Pantha du Prince // Christian Löffler // Extrawelt

VÖ: 06.09.2019

Nach unzähligen EPs bringt Dominik Eulberg wieder ein ganzes Album unter die Menschen. Der Ökologe mit Schwerpunkt Deep-Techno pumpt neben Musik auch Tiergeräusche auf Soundcloud. Für das Album spielen Tiere nicht nur soundtechnisch eine Rolle – jeder Song ist nach einem Tier benannt und zwar der Reihe nach: Von Eintagsfliege über Siebenschläfer bis Zwölfpunkt-Spargelkäfer. Das liest sich nicht nur gut, sondern ist auch einprägsam. Fünffleck-Widderchen? Klar, letze Woche beim Wandern gesehen.

Musikalisch orientiert sich das Album ebenso eher am Spazierengehen im Wald. Als würde Eulberg probieren, die Erhabenheit tanzbar zu machen, gießt er Rascheln, Wind und Beats zusammen. Es hopsen Synthiekäfer unter dem Sub-Blätterdach und Schmetterlinge bouncen zu verschallerten Hi-Hats. Ab und zu taucht Eulberg dabei etwas zu tief in den See des verspielt-theatralischen Pathos ein. Sonst hat er alles im Griff. Mit über 15 Jahren Erfahrungen weiß er genau, wann ein Break passt, wie man einen Song sinnvoll steigert und wann es mit dem Frickeln genug ist und Zeit wieder auf den Tisch zu hauen.

Für "Mannigfaltig" sollte man sich Zeit nehmen, nicht nur wegen der Länge von fast 90 Minuten. Auch weil es mit vielen Details und Hintergrundgeräuschen gespickt ist und seine Geheimnisse erst preisgibt, wenn man es eine Weile beobachtet – so wie der Wald selbst.

Peter Heidelbach

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Dominik Eulberg - Goldene Acht
https://www.youtube.com/watch?v=

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