Rezension

Death Cab For Cutie

Thank You For Today


Highlights: Gold Rush // Near/Far // 60 & Punk
Genre: Indie
Sounds Like: The Postal Service // The Shins // Pet Shop Boys // Wilco

VÖ: 17.08.2018

Manchmal können blöde Bemerkungen die beste Inspiration sein. Da hängt man als vielleicht nicht Fan, aber großer Sympathisant von Death Cab For Cutie vor der Aufgabe, deren mittlerweile auch schon neuntes Studioalbum zu rezensieren, kann einfach nicht mit dem Finger darauf zeigen, was an dessen Sound ungewohnt erscheint und dann fragt ein Freund, seines Zeichens komplett Bandnovize, ob das denn jetzt nicht eigentlich die Pet Shop Boys seien.

Erster Gedanke: Ben Gibbard klingt tatsächlich etwas nach Neil Tennant. Zweiter Gedanke: Eine Pet-Shop-Boys-Version von „I Will Follow You In The Dark“ wäre ziemlich lustig. Dritter Gedanke aber: „Thank You For Today“ basiert tatsächlich an vielen Stellen auf jenen düsteren und doch warmen Synthie-Flächen des Synth-Pop der 80er, die sich mal für den Club, mal für die anschließende Fahrt nach Hause eignen, insofern diese mindestens vier Stunden lang über einsame Landstraßen führt. Das bindet einem das Quintett aus Washington geradezu auf die Nase, wenn sie das beste Beispiel dieses Stils auch noch „When We Drive“ nennt.

Auch diese neuen Klanggewänder stehen Death Cab For Cutie zwar eigentlich gut – ihre Melodieseligkeit, seit jeher eine Stärke der Band, schöpfen sie jedoch vor allem gegen Ende des Albums mit klassischer instrumentierten Songs aus: „Near/Far“ ist trotz seiner markanten Akustikgitarre eines der treibendsten Stücke der Platte; „60 & Punk“ eine tolle Klavierballade über Schönheit und Unausweichbarkeit des Älterwerdens. Und in Würde altern können auch Death Cab For Cutie – noch so eine Gemeinsamkeit mit den Pet Shop Boys.

Jan Martens

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