Rezension

Clutch

Strange Cousins From The West


Highlights: Motherless Child // Struck Down // Minotaur
Genre: Bluesrock
Sounds Like: Masters Of Reality // Wolfmother // Mustasch

VÖ: 10.07.2009

Die letzten Jahre des Schaffens von Clutch kurz zusammengefasst: 1. 2004 veröffentlichen Clutch mit "Blast Tyrant" ein bluesrockiges Wüstenstaubalbum. 2. 2005 veröffentlichen Clutch mit "Robot Hive/Exodus" ein bluesrockiges Wüstenstaubalbum. 3. 2007 veröffentlichen...

Das übergreifende Prinzip dürfte klar sein: Clutch veröffentlichen gerne bluesrockige Wüstenstaubalben. Dass man dafür keine unnötig hellklingenden Instrumente wie das Keyboard benötigt, mag der Grund sein, weswegen Keyboarder Mick Schauer 2008 die Band verließ, und wenn man einmal die Westerngitarre auf den ersten Sekunden des Albums ignoriert, werden auch auf "Strange Cousins From The West" keine großartigen Experimente gemacht.

Deutlich werden dennoch gewisse Tendenzen: Waren auf dem 2004 erschienenen "Blast Tyrant" noch beinahe "beschwingte" Songs wie der Überhit "The Mob Goes Wild" zu finden und auch das Gesamtkonzept im Ganzen etwas dynamischer, klingen Clutch 2009 immer dunkler, langsamer, zäher. Denn einen so lässigen Rocksong wie "Abraham Lincoln" muss man heutzutage erstmal finden - und einen, der dazu noch eine so ungewohnte Thematik wie den Tod eines der prominentesten Präsidenten der USA behandelt, sowieso.

"Motherless Child" wirkt da schon um ein Vielfaches lebendiger, und zu einer Nummer wie "Struck Down" könnte man - rein am Rhythmus gemessen - wahrscheinlich sogar tanzen, wenn das nicht so ungeheuer bescheuert wirken müsste. Gen Ende des Albums bleiben Clutch ihrer Reserviertheit jedoch immer mehr treu, nur am Ende des Closers "Algo Ha Cambiado" scheint man noch einmal ausprobieren zu müssen, den Song möglichst schnell und (für Bandverhältnisse) unkonventionell auszufrickeln - nur, um die Bremse anzuziehen, wenn es wirklich spannend zu werden beginnt. Vielleicht werden solche Impulse ja in der Zukunft verfolgt - oder sie veröffentlichen einfach wieder ein bluesrockiges Wüstenstaubalbum. Klappte ja bisher so gut.

Jan Martens

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