Rezension

Calexico And Iron & Wine

Years To Burn


Highlights: Midnight Sun // The Bitter Suite (Pájaro / Evil Eye / Tennessee Train)
Genre: Folk
Sounds Like: Wilco // Lambchop // Okkervil River

VÖ: 14.06.2019

Calexico And Iron & Wine — das passt leider überhaupt nicht zusammen. Stop, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Damit ist natürlich der schlicht addierte Name des Kollektivs gemeint, der weder mit noch ohne zusätzlichem „And“ so wirklich glatt über die Zunge perlt. Musikalisch passt das Ganze allerdings auf „Years To Burn“ wieder genauso gut wie auf der knapp anderthalb Jahrzehnte alten ersten EP des Projekts.

Auf ihre abstraktesten musikalischen Grundsätze heruntergebrochen, ähneln sich Iron & Wine und Calexico ja schließlich wie ein Postrocksong dem anderen: entschleunigt-entspannter, aber gerne in Länge wie Instrumentierung ausufernder Folk für alle, denen in dieser Musikrichtung nicht nur ein Vollbart mit Gitarre reicht. Der größte Unterschied ist wohl der seit jeher deutliche Einfluss mexikanischer Musik auf die Band um Joey Burns und John Convertino, der auch den Sound von „Years To Burn“ prägt. Im Gegenzug ist es Iron & Wines Sam Beam, dessen holzfällerhemdweiche Stimme das Gros der Vocals beisteuert.

Diese grundgemütliche Aufgabenverteilung wird nur im Dreiteiler „The Bitter Suite (Pájaro / Evil Eye / Tennessee Train)“ wirklich neu gemischt, das von klagendem spanischen Gesang sowie free-jazz-artigen Bläsern dominiert wird, die eher an Beams Alben zu Beginn dieses Jahrzehnts erinnern. Davon abgesehen ist „Years To Burn“ mit knapp 30 Minuten ein kurzes, aber wunderbares Album, das die Qualitäten beider beteiligter Acts vielleicht nicht potenziert, aber problemlos addiert – und das ist bei Künstlern wie Calexico und Iron & Wine schon eine ziemliche Leistung.

Jan Martens

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