Rezension

Black Rebel Motorcycle Club

Wrong Creatures


Highlights: Spook // Question Of Faith // Circus Bazooko
Genre: Rock'N'Roll // Psych-Rock // Blues
Sounds Like: The Dead Weather // Kasabian // The Jesus & The Mary Chain

VÖ: 12.01.2018

„Whatever happened to my Rock 'n' Roll?“, fragte sich der BRMC aus San Francisco Anfang der Nullerjahre erstmals und gibt mit „Wrong Creatures“ nun zum achten Mal die Antwort. Vier Jahre nach dem geradlinigen und durchweg guten „Specter At The Feast“ und gesundheitlichen und privaten Schlägen geht der Club etwas vom Gas und erzeugt durch diese Entschleunigung eine eher lichtscheue Atmosphäre.

Dabei dreht das Trio zu Beginn der Platte mit „Spook“ und „King Of Bones“ den Gashebel in bisher gewohnter Manier rum. Leah Shapiros Schlagzeug stampft unbeirrt durch den Song, während der Bass von Robert Been mit feinsten Läufen die flirrende Gitarre von Peter Hayes umgarnt. Die folgenden Songs „Haunt“ und „Echo“ sind dagegen düstere Blues-Balladen, die sich die großen Refrains schenken und stattdessen mit fein gestrickten Melodiebögen brillieren. Und da sich der BRMC nicht komplett neu erfunden hat, schießt das von Beens Basslauf getriebene „Little Thing Gone Wild“ gewohnt sexy und verzerrt direkt in die Gehörgänge. „Circus Bazooko“ wirkt mit seiner tänzelnden Zirkusorgel dagegen anfänglich etwas fremd, wird aber im Songverlauf gekonnt von Hayes' Gitarre in Schach gehalten und erinnert an Tom Waits.

BRMC haben mit „Wrong Creatures“ ein stimmiges und atmosphärisches Album aufgenommen, welches an den richtigen Stellen auf bewährte Stärken setzt, aber auch im richtigen Moment vom Gas geht und zeigt, warum der Black Rebel Motorcycle Club als eine der wenigen Bands der 2000er Generation immer noch relevant und sexy ist.

Sönke Holsten

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