Rezension

Bilderbuch

Mea Culpa / Vernissage My Heart


Highlights: Frisbee // LED Go // Europa 22
Genre: Pop
Sounds Like: Ja, Panik // Kreisky // Wanda

VÖ: 22.02.2019

Der Gefahr, bei dicht aufeinander folgenden Veröffentlichungen zu viele Lückenfüller auf den Langspielern zu bannen, sind schon einige Bands zum Opfer gefallen. Die fleißigen Österreicher von Bilderbuch haben im vergangenen Jahr 17 Songs aufgenommen, in der Mitte einen Strich gezogen und zwei Platten daraus werden lassen. Ohne Lückenfüller, soviel sei schon einmal vorweg zu nehmen.

Herausgekommen sind zwei sehr unterschiedliche Platten, die aber für sich gut funktionieren. „Mea Culpa“ wurde bereits im Dezember veröffentlicht und spiegelt den eher introvertierten Part der 17 Songs wieder. Bilderbuch dunkeln ihren Pop ordentlich ab und schaffen in Songs wie „Sandwishes“ oder „Emotion“ Ambient-Sounds. In „Memory Card“ pflügt dann aber doch noch ein Bilderbuch-typisches Gitarren-Lick durch "Mea Culpa" und schlägt damit die musikalische Brücke zum weitaus extrovertierteren „Vernissage My Heart“.

Im Opener „Kids Im Park“ werden direkt die breiten Gitarren auf Anschlag gedreht, um dann im folgenden „Frisbee“ im fluffig shuffelnden 70er-Pop zu münden. Mit „LED Go“ und „Mr. Supercool“ begeben sich Bilderbuch dann endgültig wieder ins bewährte Terrain des leicht entrückten, vor Coolness triefenden Austro-Pop, der sie zu einer musikalischen Ausnahmeerscheinung gemacht hat.

Zusammengeführt wird dann alles gegen Ende: „Europa 22“ läuft fast zehn Minuten lang, der Bass ist funky, die Gitarren flirren wie gewohnt durch den Song und Bilderbuch unterstreichen mit diesen Werken eindrucksvoll ihre musikalische Vielfalt und Alleinstellung im Pop.

Sönke Holsten

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