Rezension

Bibio

Ribbons


Highlights:
Genre: Lofi-Folk // Bedroom-Pop
Sounds Like: Four Tet // Baths // Caribou // Toro Y Moi

VÖ: 12.04.2019

Stephen Wilkinson, aka Bibio ist ein heimlicher Star der Folktronik/Lo-Fi-Folk/Bedroom-Folk-Szene (sofern so etwas überhaupt zu existieren vermag), was der schüchterne Engländer spätestens seit seinem 2009er "Ambivalence Avenue" Platte für Platte unter Beweis stellte. Mit der vor zwei Jahren erschienenen "Phantom Brickworks" gab es einen kleinen Ambient-Ausreißer, der auf "Ribbons" wieder korrigiert wird. Zurück zu strukturiertem Songwriting. Principis obsta.

Und auch auf "Ribbons" wird eine außergewöhnliche Eigenschaft Bibios zelebriert: die Zeitlosigkeit. Songs wie "The Art Of Living" könnten auf einer 60s/70s-Soul- oder Folk-B-Seite ebenso zu finden sein. Sie sind es aber nicht und Bibio kehrt nicht nur zurück zu den Anfängen, sondern perfektioniert seine Genremelange auf "Ribbons" geradezu. "Pretty Ribbons And Lovely Flowers" ist viel mehr Sleepless Floor als Gitarrenstube und auch sonst klingt durch die Songs mit jedem Mal Hören etwas Neues durch. Harfe, Banjo, Klarinette, Piano, Gitarre. You name it. Alles vom akribischen Wilkinson im Studio selbst eingespielt und zu einer Platte zusammengewoben, die ein Schritt zurück ist, aber kein Rückschritt. "Ribbons" bietet gereiftes Songwriting, das weiterhin am unnachahmlichen Bibio-Sound feilt.

Die Ambient-Pause hat Wilkinson insgesamt gut getan. "Ribbons" ist eine tendenziell leicht verdauliche Platte, die bei jedem Gang noch eine neue Nuance zu Tage fördert. Große Kunst im kleinen Rahmen.

Andreas Peters

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Video zu "Curls"
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