Rezension

Belle And Sebastian

Days Of The Bagnold Summer


Highlights: Sister Buddha // Get Me Away From Here I’m Dying // Safety Value
Genre: Twee-Pop // Indie-Pop
Sounds Like: Voxtrot // Toy Fights // The Magnetic Fields

VÖ: 13.09.2019

Belle & Sebastian, die Band um den sympathischen Frontmann Stuart Murdoch, ist seit über 20 Jahren perfekt darin, Feel-Good-Musik und schöne Geschichten zu veröffentlichen. So passt es doch perfekt, dass die Band nun den Soundtrack für einen Coming-Of-Age-Kinofilm namens „Days Of The Bagnold Summer“ geschrieben hat. Der Film handelt von einem Metal-Fan, dessen Sommerpläne ins Wasser fallen und der nun den Sommer mit seiner nervigen Mutter verbringen muss. Mittlerweile ist es schon zwölf Jahre her, dass (unter anderem) die Musik der Schotten auf dem tollen Soundtrack von „Juno“ zu hören war. Das war ein voller Erfolg damals, für den Film und die Band. Gespannt konnte man sich daher fragen, ob es hier auch so ein schönes Wohlfühl-Duett aus Film und Soundtrack geben wird. Die finale Antwort wird jedoch noch einmal auf nächstes Jahr vertagt.

Musikalisch knüpfen die Schotten wieder an ihren klassischen Gute-Laune-Sound an und spielen zum Teil wundervollen Indie-Pop. Von den Disko- und Dance-Klängen des letzten Albums „Girls In Peacetime Want To Dance“ findet man hingegen, wie auch auf den drei EP-Veröffentlichungen letztes Jahr, keine Spur. Insgesamt leidet „Days Of The Bagnold Summer“ darunter, ein Soundtrack zu sein, was sich zum einen in der Reihenfolge der Titel widerspiegelt und zum anderen auch in der geringen Anzahl von wirklichen Volltreffern – immerhin haben diese es jedoch in sich!

Der Soundtrack startet mit dem leisen dreiminütigen instrumentalen Intro. Ein verhaltener Beginn, nach dem man sich wünscht, dass es richtig losgeht. Es folgen jedoch die beiden ruhigsten Stücke der Veröffentlichung, dann noch einmal drei Minuten langsame Instrumentalmusik und nochmal ein entspannter Titel. Dadurch findet man recht schwer in die Platte rein: Auch wenn die Stücke nicht schlecht sind, fehlt es hier an Abwechslung und vor allem an Energie.

Doch auf einmal kommt mit „Safety Value“ ein traumhafter Belle-&-Sebastian-Track, den Murdoch vor 25 Jahren geschrieben, aber nie veröffentlicht hat. Die Musik geht nach vorne und die Mundwinkel schlagartig nach oben. Mit solchen Highlights sind auch die Songs, die eher als Filmhintergrund geschrieben wurden, viel besser auszuhalten. Kurz darauf dann das absolute Highlight des Albums: „Get Me Away From Here I’m Dying“ wurde neu vertont. Man hätte es kaum für möglich gehalten, dass ein Klassiker der Band neu aufgenommen vielleicht sogar besser, in jedem Fall vom Sound her voller als das „Original“ ist. Wer beim Hören dieses Songs nicht lächelt, für den sind Belle & Sebastian und Twee-Pop generell einfach nichts. Für Fans und Sympathisanten auf jeden Fall ein Meisterwerk.

Der Soundtrack macht an der Stelle auch als richtiges Album Spaß und hier ist das Verhältnis aus ruhigen und Gute-Laune-Songs und Soundtrack-Elementen endlich gelungen. Auch die Hitsingle „Sister Buddha“ besticht durch die wunderbare Leichtigkeit von Belle & Sebastian, bevor die Platte eher ruhig und unauffällig, aber dennoch schön ausklingt. Auch, wenn die Veröffentlichung als Album selbst seine Schwachpunkte – gerade zu Beginn &ndadsh; hat, ist das Potenzial für einen tollen Soundtrack da. Ob die Kombination so toll wird wie bei „Juno“ 2007, wird man erst 2020 feststellen, wenn der Film erscheint.

Marian Krüger

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