Rezension

Band Of Horses

Infinite Arms


Highlights: Factory // On My Way Back Home // NW Apt.
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Fleet Foxes // The National // Death Cab For Cutie

VÖ: 14.05.2010

Manchmal ist es doch wahnsinnig gut und beruhigend, wenn etwas eine Konstante im Leben bildet. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Zukunft ungewiss, das Geld unsicher und Ballack nicht bei der WM dabei ist, fehlt es uns manchmal an Sicherheiten. Diese Sicherheiten können in diversen Aspekten des Alltags stecken: Für die einen ist es die Familie, andere suchen ihren Halt in Beziehungen oder Freundschaften. Doch auch in den hinterletzten Ecken des Lebens können solche Polster versteckt sein, die uns im Falle eines Abrutschens weich fallen lassen. Und auch wenn wir der Musik von Band Of Horses keine sicherheitserhaltende Wirkung oktroyieren wollen, so bleibt doch zu konstatieren: „Infinite Arms“ ist gut, weil es keine Experimente wagt. Es schließt an der puren Schönheit des Vorgängers an, orientiert sich dabei an den klassischen Konstanten Indie und Folk.

Die dritte Platte der Band aus South Carolina ist gleichzeitig ihr Major-Debüt. Nachdem sie mit „Cease To Begin“ ihren ersten Charterfolg verbuchen konnten, war nun die Befürchtung groß, dass eine Kehrtwende stattfindet, wie man sie bei anderen Bands schon mit Bedaurn feststellen musste. Aber nein, Infinite Arms bündelt die Schönheiten und Eigenheiten verschiedener Orte der USA, an denen sie aufgenommen wurde und wird dabei visuell unterstützt von einer der tollsten Cover- und Packungsgestaltungen seit langem, die verschiedene Fotografien wundervoller Orte beinhaltet. Das Schwelgen in der musikalischen Tiefe dieser melancholisch-aufbrecherischen (kein Widerspruch!) Musik lässt sich so vereinen mit dem Verlangen nach Neuem, dem Blick, der in die Ferne schweift. Wehmut, Verlangen, Geborgenheit, Sicherheit, Vertrautheit – Gefühle, die sich die Klinke in die Hand geben.

Auch wenn „Infinite Arms“ vielleicht den berühmten Hauch schwächer ist als seine Vorgänger (insbesondere das fantastische "Cease To Begin"), hat es den Bonus, eine sonderbare Überraschung zu sein – nämlich eine solche, die gerade deswegen überrascht, weil sie auf Unerwartetes verzichtet.

Andreas Peters

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