Rezension

B Boys

Dudu


Highlights: Cognitive Dissonance // Automation // Instant Pace // On Repeat
Genre: Indie // Punkrock
Sounds Like: Parquet Courts // Wire // Gang Of Four // Sleaford Mods

VÖ: 26.07.2019

„Dada“, „Dudu“: Alles Kinderkacke? Auch auf ihrem zweiten Album betreiben die B Boys aus Brooklyn keine musikalische Früherziehung für die Krabbel- und Brabbelgruppe. Stattdessen gibt es wie auf dem Debüt „Dada“ harten, kantigen Postpunk, der an englische Bands und besonders die frühen Wire oder Gang Of Four erinnert.

War das Debüt noch stärker vom melodischeren Sound der befreundeten Parquet Courts beeinflusst, scheinen die B Boys nun den leidigen und zu oft strapazierten Vergleich endgültig abschütteln zu wollen. Ergreift eine gewisse Altersmilde die meisten Bands auf ihrem zweiten Album, ist dieser Nachfolger härter, direkter und unbarmherziger. Melodische Anleihen müssen einer vorantreibenden, hypnotischen, mitunter stumpfen Monotonie weichen. Zusammen mit den oft von allen drei B Boys geschrienen, zynischen und sozialkritischen Texten entsteht eine düstere, fast bedrückende Grundstimmung, die in ihrer Erbarmungslosigkeit an die Sleaford Mods mit Gitarren erinnern lässt. Gleichzeitig schaffen Lieder wie „Cognitive Dissonance“, „On Repeat“ oder „Taste For Trash“ es immer wieder, kleine melodische Akzente zu setzen und halten so auch weniger lärmaffine Hörer bei der Stange. Irgendwann geht dem Album auf den fünfzehn Songs dann doch aufgrund der ununterbrochenen Rundumschläge etwas die Puste aus. Mehr Lieder wie „Automation“, die sich dann doch trauen, das Tempo zu wechseln, würden sicherlich die Dynamik dieses Albums erhöhen.

„Dodo“? „Didi“? „Dede“? Ganz egal, ob die B Boys ihre bizarre Namensgebung für zukünftige Alben beibehalten: So lange sie diese Qualität haben, ist jedes einzelne willkommen.

Yves Weber

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