Rezension

Architects

Holy Hell


Highlights: Death Is Not Defeat // Holy Hell // Hereafter
Genre: Metalcore
Sounds Like: While She Sleeps // Bury Tomorrow // The Ghost Inside // Stick To Your Guns

VÖ: 09.11.2018

Eines gleich vorab: Wer Architects kennt, dem wird der Sound von „Holy Hell“ sehr vertraut vorkommen. Große Teile des achten Albums klingen so, wie eben auch schon „Daybreaker“, „Lost Forever // Lost Together“ oder „All Our Gods Have Abandoned Us“ – und doch ist alles anders. Gitarrist und Songschreiber Tom Searle starb 2016 mit nur 28 Jahren an Krebs und so ist „Holy Hell“ für die anderen Mitglieder eine Form der Trauerverarbeitung wie Titel wie „Death Is Not Defeat“ oder „Mortal After All“ bezeugen.

Die Übersingle „Hereafter“ ist ein so dermaßen auf den Punkt produzierter Hit, der jede Halle in einen wilden Moshpit verwandeln wird. Gerade das Wechselspiel in Sam Carters Gesang – cleane Intros und Spannungaufbauspassagen, deren Entladung in gutturalem Geschrei mündet. Hinzu kommt die Stärke, die Architects aus der Masse hervorhebt: die einschneidenden, perfekt platzierten Gitarrenausbrüche. Dieses Schema ziehen Architects das komplette Album über durch – es gibt durchweg auf die 12.

Das Neue findet man auf „Holy Hell“ in den Details. Etwas mehr Elektro/Synthie-Spielereien hier (beispielsweise im Opener „Death Is Not Defeat“) und bisweilen der eine oder andere Streichereinsatz. Neun der elf Songs folgen diesem Muster, das kurze „The Seventh Circle“ ragt etwas heraus: Gerade der Einstieg ist ultrabrutal und zum Ende bleiben nur noch Carters Schreie über, in denen sich seine Stimme fast überschlägt. Die zweite Ausnahme ist „Doomsday“: Es ist das letzte Stück, an dem Tom Searle noch mitarbeiten konnte. Abseits der verarbeiteten Tragik ist „Holy Hell“ vor allem eines: Ein verdammt gutes, passgenau aggressives Metalcorealbum.

Klaus Porst

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"Hereafter"

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