Rezension

Adna

Closure


Highlights: Overthinking // Thoughts // Now
Genre: Pop
Sounds Like: Banks // Zola Jesus // Daughter

VÖ: 17.03.2017

„Closure“ ist bereits das dritte Album von Adna, einer 23-jährigen Schwedin mit bosnischen Wurzeln. Der ganz große Durchbruch blieb ihr bislang noch verwehrt, dabei hat der Mix, den sie produziert, durchaus das Potential dazu. Adna bringt eine melancholische, dunkle, klare Stimme mit, zu der sie Gitarre spielt und die Songs nach den Regeln der Popkunst aufstockt. Sie steht damit in einer Reihe mit Kolleginnen wie Banks, Zola Jesus oder Daughter. Wie diese besticht ihr Soundgewand trotz deutlichem Hitpotential und Populär-Orientierung dadurch, nicht zu dick aufgetragen oder anbiedernd zu sein.

Vielmehr sind die neun Songs schöne kleine Lebensgeschichten, untermalt von der melancholischen Stimmlage Adnas. Ihr Gitarrenspiel mag gefällig sein, gerade in der Single „Overthinking“ erinnert es an diverse Riffs, die gern der Aufhübschung von EDM dienen. Statt eines mittelmäßigen Drops bekommt sie jedoch jederzeit die Kurve, nicht zum Tanzflächentrash zu werden. Sowieso, die Clubs. Remixe bieten sich an – einen monotonen Beat drunter und fertig. Nötig hätte sie es nicht. Für den Nachdruck sorgt auf „Closure“ das mit Hall versetzte Schlagzeugspiel, welches zum Beispiel „Now“ aus der Komfortzone trägt. Nur neun Titel umfasst „Closure“, kennt dabei aber keine Lückenfüller. Jedes der Stücke ist auf einem gleich hohen Niveau, überzeugt durch eigene, wiedererkennbare Melodiebögen oder Gesangsspuren, die Ohrwurmpotential haben und „Closure“ eine wunderschöne Sommerabendplatte sein lassen.

Klaus Porst

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"Overthinking"

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