Konzertbericht

Banks


Die Goddess of Dark Pop und R'n'B beehrt uns nach drei recht langen Jahren mal wieder mit ihrer Anwesenheit und so richtig viel verändert hat sich nicht.

Banks betritt die Bühne und ist gleich von einer unnahbaren Aura umgeben – begleitet von Gitarre/Keyboard, Drums und vor allem zwei Tänzerinnen. Diese entwickeln sich aus zunächst unsichtbaren Gestalten hin zu sichtbaren Sidekicks, die Banks' epische Gesten eine übermäßige Portion Dramatik verleihen. Die Katharsis des verarbeiteten Herz- und Weltschmerzes mündet bei Banks nicht in der naheliegenden sentimentalen Zerbrechlichkeit, sondern äußert sich viel mehr in der Attitüde einer selbstbewussten Frau, deren Stärke aus den Irrungen und Wirrungen eines jungen Menschenlebens emporsteigt.

So denkt man jedenfalls, doch regelmäßig löst sich dieses Bild in den erstaunlich schüchternen und zurückhaltenden Ansagen zwischen den Songs auf. Die Frage, wie viel von Jillian Rose Banks in der vermeintlichen Kunstfigur Banks steckt, bleibt unbeantwortet. Dieser Bruch in der Gesamtdarbietung ist aber nicht viel mehr als eine Randerscheinung, die dem Live-Erlebnis keinen Abbruch tut, es vielleicht sogar eher um ein mysteriöses Element erweitert und ein Spannungsfeld erzeugt.

Zwischen Dark R'n'B und polierten Pop-Choreophien schüttet Banks ihr Herz aus, macht Mut und zelebriert hier und da die Aussichtslosigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen. Doch das Leben geht weiter und was dich nicht umbringt, macht dich stärker, so die Kernaussage, die die 28-Jährige ihren Peers unmissverständlich vermitteln will. Gemeinplatz hin oder her, machen wir uns doch nichts vor: Sie hat völlig Recht!

Andreas Peters

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Rezension zu "The Altar" (2016)
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