Interview

Virginia Jetzt!


Als wir das MC/DC betreten sieht es im Publikumsraum aus wie auf einem Schlachtfeld. Instrumente und Koffer liegen im ganzen Raum verstreut. Irgendwo in diesem Chaos steht Thomas und zerrt T-Shirts aus einem Karton, die er zum Merchandising-Stand bringt. Mit einem Auge auf der Uhr und dem anderen auf das Chaos gerichtet, murmelt er: "In einer halben Stunde ist Einlass." Während die Crew versucht alle Instrumente auf der kleinen Bühne aufzubauen, damit es endlich zum Soundcheck kommen kann, verziehen wir uns mit Thomas und Nino in den Backstageraum um das Interview zu machen.

Ihr seid nun schon seit langer Zeit auf Tour. Den ganzen Sommer über habt ihr Festivals gespielt, nun wieder eigene Konzerte. Wie ist das bei ROCKamRING vor Leuten zu spielen, die einen vielleicht gar nicht kennen?

Thomas: Das waren alles Fans von uns. Ich fand das auch sehr fair, dass die am Tag danach sich noch Metallica angeschaut haben.

Aber ihr habt doch sicher das Ziel, die Leute, die euch noch nicht kennen, zu überzeugen?

Nino: Naja, meistens ist es ja so, dass man auch auf einem Festival Fanpublikum hat. Und wenn bei RaR tausend zu uns kommen, dann sind da auch die Hälfte Fans dabei und die anderen, die sich das nur mal anhören wollen. Und das ist bei jedem anderen Festival auch so.

Thomas: Wobei man schon sagen muss dass sich auf RaR/RiP nicht gerade die Masse unseres Publikums sammelt.

Nino: Das ist richtig, aber bei so vielen Leuten hast du halt auch ein paar Virginia Jetzt! Fans dazwischen.

Thomas: Oder ein paar Leute die es dann halt werden. Wir haben jetzt auf der Tour gemerkt, da ist der ein oder andere angekommen, ich hab euch schon bei RaR gesehen, fand ich super, jetzt hab ich euch im Club gesehen, war noch geiler.

Nino: Aber diese Bühne wo wir gespielt haben, da verirrt sich ja keiner hin. Da muss man schon gezielt hingehen.

Ihr habt im TalentForum gespielt.

Nino: Naja, wir wussten ja dass das nicht das Bombenkonzert wird. Selbst Bands wie Surrogat oder Tomte, die auf der Alternative Stage gespielt haben, haben eigentlich auf verlorenem Posten gespielt. Für die Masse an Leuten die da war, hat sich das kaum jemand angeschaut. Wir haben das gemacht weil's halt lustig ist und man mal so eine riesen Veranstaltung sieht. Aber Highlights waren ganz andere.

Habt ihr euch denn noch andere Bands angesehen?

Nino: Ja, das Pech ist ja wenn man da spielt, dass man immer nur einen Tag mitkriegt, also auch am nächsten Tag hat man dann wieder dasselbe Line-Up. Wir hätten halt gern noch ein paar Bands gesehen, die nicht an unserem Tag gespielt haben. Ich hab mir Stereophonics auf jeden Fall angeguckt, so ein bisschen Dave Gahan und Badly Drawn Boy und Tomte.

Mit denen habt ihr ja noch einige Festivals gespielt. Die kleinen Festivals waren da schon sehr in eine Richtung orientiert.

Nino: Wir haben dieses Jahr fast 40 Festivals gespielt und wir haben kaum eine internationale Band gesehen. Nur deutsche Bands, auf jedem Festival.

Diese Bands werden von der Presse dann auch gerne in einen Topf geworfen, einige sprechen von einer neuen deutschen Indie-Bewegung. Seht ihr das auch so?

Thomas: Nein, eine Bewegung wäre es, wenn diese Bands untereinander was miteinander zu tun hätten, außer der deutschen Sprache und der Tatsache dass wir ein bisschen befreundet sind. Wir müssten eigentlich, wenn es eine Bewegung wäre, aus gleichen Beweggründen so was in Gang zu setzen. Aber das tut ja keiner. Ich seh das eigentlich als zufällige, aber sympathische Erscheinung, das jetzt gerade so viele Bands so einen großen Erfolg haben.

Nino: Das ist ja auch nicht neu, das gab es ja schon immer. Nur jetzt ist es halt erfolgreicher als vorher.

Könnt ihr euch das erklären?

Thomas: Naja, die Helden sind eine Ausnahmeerscheinung. Das hat aber glaub ich ein bisschen was mit der Verweigerung Pop zu sein zu tun, wir, oder auch Kettcar oder Tomte, sehen uns ja eher als klassische Rockband.

Durch den Erfolg wurden ja auch ziemlich viele Leute von großen Labels unter Vertrag genommen, bei denen man sich fragt, ob sie vor zwei Jahren überhaupt einen Plattenvertrag oder eine Chance bekommen hätten. Könnte dieser Hype, wie letztes Jahr bei den The-Bands, Schaden auf die deutsche Musik nehmen?

Nino: Das braucht man gar nicht bewerten, weil das passiert ja jedes Jahr, dass ein, zwei Bands überraschenderweise Erfolg haben, keiner hat damit gerechnet und es ging halt letztes Jahr los mit dem Sportfreunde Echo, wo jede Plattenfirma dann: "Jetzt brauchen wir auch so ein Act." Dann kommen halt noch ein paar gute Bands nach und dann kommen ganz viel schlechte Bands nach. Das hat man ja auch damals beim deutschen HipHop ganz deutlich gesehen. Und leider sagen die Plattenfirmen auch nicht: "Okay, wir suchen uns nun ein paar gute Bands und bauen die auf, damit die auch lange, beständig Erfolg haben." Nein, die suchen sich jemand, wo sie zwei Stücke verheizen können und dadurch machen die das auch von ihnen aus kaputt. Und das Beste ist dann seinen eigenen Weg zu gehen. Wir profitieren natürlich schon davon, die ganzen Medien, die über Wir sind Helden berichten, werden dann als nächstes auf uns aufmerksam. Aber es war ja nicht so, dass wir gesagt haben: "Ey, jetzt müssen wir da schnell auf den Zug aufspringen." Wenn das in zwei Jahren vorbei ist, wollen wir ja immer noch Musik machen.

Thomas: Genau das ist ja der beste Grund, das zu machen, was wir machen, nämlich zeitlose Musik. Also Musik, die man heute hören kann und auch in 20 Jahren hören kann. Und das gelingt halt nicht solchen Acts, die frisch gecastet werden, wo der schnelle Erfolg sich einstellen muss.

Von den Themenkomplexen, beispielsweise diese Jetzt und Hier, gibt es da ja schon einige Überschneidungen auf den Platten.

Thomas: Das stimmt schon.

Nino: Also Mitte der 90'er war von der Hamburger Schule von außen betrachtet ja auch alles gleich, obwohl die unterschiedliche Musik zum Teil gemacht haben, haben die sich gleich gegeben. Die waren von Kopf an politisch und in sich geschlossen, obwohl die innerhalb von Hamburg wahrscheinlich gesagt hätten: "Wir sind doch nicht wie...". Natürlich war das damals der Begriff von deutschsprachiger Indie-Musik und heute sind das halt Bands, die jünger sind, die anderes sozialisiert sind und die haben vielleicht ein ganz anderes Lebensgefühl, da spielt Politik nun mal keine Rolle mehr.

Thomas: Ich würde nicht sagen, dass Politik keine Rolle spielt, das spielt schon eine Rolle, aber es spielt damit keine Rolle, dass man sich damit musikalisch auseinander setzt.

Jetzt wo es gerade so viele deutschsprachige Musik gibt, will man das sichern. Man will eine Deutschquote einführen, es gibt einen Popminister,...

Thomas: Also den Popbeauftragten hat Schröder wahrscheinlich ins Leben gerufen, damit der Gabriel ihm nicht zu Nahe kommt. Damit er was zu tun hat, ganz weit in der Provinz, wo ihn kein Mensch stört und ihm nicht als Kanzlerkandidat in die Quere kommt. So eine Quote glauben wir ist nicht zwingend notwendig. Mich interessiert eigentlich was passieren würde und das kann man halt nur dadurch raus finden, in dem man es ausprobiert. Aber ich hab da ein bisschen Angst, weil mir das schon wieder viel zu diktatorisch ist. In Frankreich scheint das gut zu funktionieren, ich weiß nicht ob das hier der Fall wäre. Man sollte eher nicht das spielen was in den Top20 ist, sondern das, was in die Top20 mal reinsoll. Es gab eine Idee von Frank Spilker von den Sternen, die hat er in der Süddeutschen Zeitung in einem Artikel veröffentlicht. Und zwar das es ein Punktesystem gibt, dass die Radiosender pro Monat oder pro Woche erreichen müssen, um ihre Sendelizenz zu behalten. Das erreichen die dadurch, dass ein Titel der auf Platz 1 der Charts ist nur einen Punkt hat und ein Titel der auf Platz 99 der Charts ist, 99 Punkte bekommt und das hätte den Effekt, dass die Radiosender gezwungen sind, nicht mehr einfach nur Platz 1 bis 10 zu spielen, weil sie viel zu wenig Punkte bekommen würden. Das würde das Radio so ein bisschen revolutionieren.

Nino: Ob dieses oder das Quotensystem, es würde dazu führen, dass sich die Plattenfirmen schnell anpassen und Mainstream kompatible Sachen vorstellen, die dann halt aus Deutschland sind. Und wenn es heißt deutschsprachig, gibt es dann halt ganz viele Yvonne Catterfield Klone.

Thees Uhlmann hat gemeint, das Problem ist, dass in einem englischsprachigen Stück die Stimme ein Instrument ist, bei deutschsprachiger Musik ist man gezwungen zuzuhören.

Nino: Ich weiß nicht ob es Thees so geht, aber man ist nicht gezwungen, man kann auch Lieder einfach nur mitträllern. Wenn wir jetzt vom Indiebereich reden, deutsche Gitarrenbands die englisch singen, haben es noch viel schwieriger. Welche englischsprachige Band hat es denn geschafft? Reamonn? Naja, ich meine, dass ist ja keine Qualität. Und dann hört es schon auf, die haben es viel schwerer, dass sieht man ja an Malte, an Readymade,...

Thomas: Weil sie es in Deutschland schwer haben Akzeptanz zu finden und weil sie im Ausland sowieso überhaupt keine Chance haben. Da muss man schon so ein Paradiesvogel wie Rammstein sein um im Ausland ein bisschen Erfolg zu haben.

Herbert Grönemeyer sagt, dass es immer noch mit unserer Vergangenheit zu tun hat, das man im Ausland keine deutschsprachige Musik hören will.

Thomas: Bei Rammstein funktioniert das ja nicht über die Texte, sondern über die Show. Und du willst ja auch keine schwedische Musik in Deutschland hören. Und ich glaub das ist einfach ne harte Sprache, die will kein Mensch anderswo hören, genauso wie man russisch nicht hören mag.

Und warum funktioniert die englischsprachige Musik nicht? Wird man da nicht ernst genommen?

Nino: Ja, man wird a nicht ernstgenommen und b haben die selbst genug aus England und Amerika. Von der Qualität hätten Miles oder Nova in Großbritannien einen ganz anderen Stand als hier. Das ist Schade, die kriegen auch gute Kritiken in England, aber es interessiert sich dafür keiner.

Thomas: Das hört man halt auch. Also sie hören den Unterschied eines Deutschen der Englisch singt im Gegensatz zu einem Engländer der Englisch singt. Das ist für uns nicht wirklich wahrnehmbar, aber für die. Genau wie wenn ein Amerikaner was deutsches singt, das hören wir ja auch.

Themenwechsel. Euer Motto war: "Ohne Proben ganz nach oben"

Thomas: Das war ein Motto aus der Not, mit einem Augenzwinkern. Wir hatten kaum Zeit zum Proben. Nino hat in Dresden gewohnt, Mathias und ich in Berlin und Angelo, unser Schlagzeuger, war noch in der Heimat und da war dann auch unser Proberaum, das heißt, man konnte sich nur am Wochenende treffen, auch nicht jedes Wochenende, weil nicht alle sich gleichzeitig treffen konnten und da wo man's dann gekonnt hätte, hat man halt ein Konzert gespielt.

Der Ausschlaggebende Punkt war dann, dass Radio Fritz den Song in die Playlist aufnahm?

Thomas: Das motiviert glaub ich jede Band, wenn du nach einem Jahr Bandgeschichte ein Demo mit drei Stücken aufnimmst, das ans Radio schickst und die finden das so toll, dass die es in kürzester Zeit auch auf Playlist setzen und im Tagesprogramm spielen, wo du dann nach Placebo und vor Foo Fighters läufst. Das hat uns in Berlin dann einen gewissen Bekanntheitsgrad beschert und ermöglicht, dass dann andere Leute auf einen aufmerksam geworden sind und auch mal Konzerte außerhalb von Berlin zu spielen.

Und irgendwann kam dann die Plattenfirma auf euch zu?

Nino: Naja, wir haben ja zuerst unsere Vinyl aufgenommen, in Eigenregie, die hat dann ein Freund von uns veröffentlicht und dann haben wir letztes Jahr die EP bei Blickpunkt Pop gemacht. Das war ganz unspektakulär. Das war der Manager der Sportfreunde und man kannte sich halt so und der wollte das dann veröffentlichen. Und wir haben uns gefreut, weil das halt ein super Label ist. Im letzten Winter haben wir dann gesagt: "Okay, jetzt müssen wir ein Album machen." Haben das dann selber angefangen zu produzieren und dann den Plan gehabt mit dem fertigen Album uns eine Firma zu suchen, die das dann veröffentlicht. Und mit Motor gab es halt vorher schon mal Gespräche und als wir im Studio waren kamen die auf uns zu und dann hat man sich zusammengesetzt und es hat gleich gepasst.

Nicht dieser klassische Weg über Bandwettbewerbe, Demo verschicken,..?

Thomas: Bandwettbewerbe bringen nix und wenn wir insgesamt fünft oder sechs Demos verschickt haben, dann war das viel. Zur "Mein Sein"-EP gab's dann halt mal zwei, drei Plattenfirmen denen wir was schicken sollten. Die lassen sich auf die Gästeliste schreiben, die schauen sich das an,...

...und sind dann nicht schnell zu begeistern. Tomte, Kettcar, Wir sind Helden und so weiter feiern jetzt Erfolge, wurden zunächst aber mal überall abgelehnt.

Nino: Wenn so eine Band die heute viele tausend Platten verkauft und super erfolgreich ist, die wollte keine von den Plattenfirmen machen. Daran sieht man ja auch, dass das keinen Sinn macht Demos zu verschicken.

Ist touren und Fans zusammentrommeln das neue Rezept?

Thomas: Es bleibt ja nichts anderes übrig. Die Chance vom Proberaum auf die große Festivalbühne gebucht zu werden und einen Plattenvertrag abzustauben ist sowas von gering.

Auf euren Tourneen pflegt ihr sehr engen Kontakt mit den Fans. Ist das für euch wichtig?

Nino: Ja sehr!

Reagiert das Ost- und Westpublikum denn verschieden auf die Texte?

Nino: Ne, das ist eher ein Nord-Südgefälle muss man sagen. Ich meine die Leute können überall was damit anfangen, aber die Euphorie ist im Süden viel mehr, das merkt man ganz deutlich.

Ihr habt mit Mia gesungen: "Auf dem Gebiet der Rockmusik muss was passieren." Was muss passieren?

Thomas: Möglichst weniger Neid, möglichst weniger Eitelkeit, möglichst weniger von diesen Plattenfirmentypen, die sich auf Gästelisten setzen und sich die Band gar nicht anschauen, sondern nur an der Theke abhängen und am nächsten Tag im Büro eine schöne Spesenrechnung dem Chef stellen und sagen: "Ich hab mir die Band gestern angeguckt, aber die waren nix." Auch mehr Bewegung. Klar, ich schätze so Platten von Slut oder so und ich sprech keine Band frei davon sich von anderen Bands was zu ziehen, aber für mich klingt es natürlich recht uninteressant. Eine Platte von Slut, wo ich halt merke: "Mensch, zeigt doch mal mehr Eigenständigkeit, versucht doch nicht wie Radiohead zu sein!" Revolutionär sein muss es natürlich auch nicht.

Nino: Das sind wir ja auch nicht. Es geht nicht unbedingt um musikalische Inhalte, sondern was wir menschlich erlebt haben, was man sich besser wünscht und wo wir mit gutem Beispiel vorangehen wollen.

Die Platte klingt noch sehr frisch und verspielt.

Thomas: Verspielt find ich das falsche Wort, ich find die sehr geradlinig, selten viele Melodien, sondern ganz klar auf Gesangsmelodie gesetzt.

Nino: Die Frische verliert sich ja auch irgendwann. Es wurde uns ja jetzt schon vorgeworfen, dass wir die EP und die Platte mit dem gleichen Produzenten gemacht haben. Der zweite Aspekt: Ich glaub schon, dass wir irgendwann mal eine ganz, ganz traurige Platte machen. Aber jetzt noch nicht, uns geht es ja super.

Thomas: Als wir angefangen haben Musik zu machen, das liegt ja inzwischen fast 10 Jahre zurück, waren es immer traurige Lieder. Mag sein das man mit 17/18 mehr jammert...

Nino: ...oder rebelliert. Aber das wurde eindimensional. Man wurde älter und erkennt, das dieses Meckern langweilig wird.

Euer Kleidungsstil setzt euch aber auch nicht von den anderen Bands ab. Diese Frisuren und adidas-Jacken, muss das sein?

Thomas: Ja, muss man!

Nino: Man muss sich ja irgendwo positionieren. Damals bei Tocotronic-Konzerten im Publikum, die sahen alle gleich aus. Eine Indierockband in Slippern, Buntfaltenhose und reingestecktem Hemd wird niemand sich anschauen.

(Mathias, der Bassist, schaut im Backstage vorbei.)

Mathias: Ihr seid ja immer noch beim Interview! Wird das eine Reportage? Ähhm, habt ihr jemanden für die Gästeliste?

(Mathias schreibt die Gästeliste fertig und verabschiedet sich dann wieder.)

Auf euren Konzerten geht es immer recht lustig zu.

Thomas: Ja, die nächste Platte wird auch eine sein, wo wir zwischen den Songs dann Quatsch machen.

Nino: Mit Telefonscherzen und so. Nein, aber auf den Konzerten ist so der Einstieg viel leichter für das Publikum, weil wenn sie mal hinter den Humor gestiegen sind, das Gefühl haben, die Band komplett zu verstehen. Früher waren wir technisch noch viel, viel schlechter als heute und da hat es nur über so einen Entertainment-Faktor funktioniert. Das Publikum wo am Anfang gar nichts geht, über diesen Weg zu provozieren und motivieren funktioniert ganz gut.

Die Tour endet mit dem Monat, wie sehen die weiteren Pläne aus?

Thomas: Wir machen erstmal zwei, drei Wochen Urlaub.

Habt ihr schon Songs auf der Tour geschrieben?

Thomas: Nö, meistens schreib ich die Stücke daheim am Computer. Taste: Song, Tempo aussuchen, Stimmung eingeben, deutscher Text anklicken und dann kommt das Ding da raus. Mitte März gehen wir wohl ins Studio.

Euer Jahr ist also schon ziemlich durchgeplant?

Thomas: Ja, eigentlich bis Anfang 2005. Man sollte als Band wie wir, nicht planen, dass das Album im Dezember rauskommt. Da geht man total unter, da ist das Weihnachtsgeschäft, da bringen Robbie Williams und die Chili Peppers ihre Best-Of CDs raus. Was anderes wollen die Leute da nicht kaufen.

Zum Schluss müsst wir ihr uns noch erklären was auf dem Folklore im Garten Festival los war. Aydo von Blackmail hat bei seinem Auftritt gesagt: "Virginia Jetzt haben gesagt ihr seid das schlechteste Publikum vor dem sie je gespielt haben". Was war denn da los?

Thomas: Bei unserem Konzert sind wir auf die Bühne gegangen und am Anfang des Sets den Leuten versucht zu erklären warum wir, obwohl wir gar nicht Headliner sind, auf den Plakaten drauf sind und das damit begründet, dass natürlich Bands wie Blackmail oder Kettcar bei weitem nicht so gut aussehen wie wir...

Nino: ...und komische Frisuren haben.

Thomas: Wobei für uns Wiesbaden ein ganz tolles Festival war, wir hatten riesen Spaß gehabt. Daraufhin hat sich Aydo von Blackmail halt revanchiert indem er sagte: "Ihr seid das beschissenste Publikum vor dem die je gespielt haben!"

Nino: Wir haben uns vorher im Backstage gesehen, haben ihm das erzählt und so. Er sagte, er lässt sich auch was einfallen. Wir so: "Ja, dann lass dir mal was einfallen." Es war auf jeden Fall ein hartes Ding!

Thomas: Ein paar Leute haben das in den falschen Hals bekommen.

Nino: Es gab so zwei, drei Einträge in unserem Gästebuch was wir für arrogante Penner sind.

Carsten Roth

Lesen


Rezension zu "Land Unter" (2007)
Rezension zu "Bitte Bleib Nicht, Wenn Du Gehst" (2006)

Finden


Bye-Bye



Am 5. Januar 2021 haben wir éclat eingestellt. Mehr Infos hierzu gibt es auf unserer Startseite!
Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.