Festival-Nachbericht

Open Source Festival 2015


Jubiläum in Düsseldorf. Das Open Source Festival feiert seinen 10. Geburtstag und 5.000 Leute wollen mitfeiern. Zum ersten Mal ist das Festival, das auf der Galopprennbahn im Grafenberger Wald stattfindet, ausverkauft.

Kein Wunder – mag man meinen – finden sich im Line-up doch neben zahlreichen experimentellen Jazz- und Elektroacts vor allem bekannte internationale Indie-Größen wie Death Cab For Cutie, Metronomy oder Kakkmaddafakka. Und dennoch: So selbstverständlich ist es nicht, dass das Open Source in diesem Jahr überhaupt stattfinden darf. Im letzten Jahr stand das Festival wegen zu hoher Kosten vor dem Aus. Die Stadt Düsseldorf hatte ein Einsehen und erhöhte die Zuschüsse und in diesem Jahr ist klar: Alles richtig gemacht.

Das Open Source ist ein einmaliges Festival. Und wenn das Wetter mitspielt, wie an diesem sonnigen Jubiläumstag, scheint hier wirklich alles zu stimmen. Auf der Main Stage, die in diesem Jahr einen klaren Fokus auf Indie-Pop legte, schien die Welt jedenfalls eher in Ordnung. Bitter-süße Songs von den lokalen Honig und den Berufsmelancholikern Death Cab For Cutie wurden konterkariert von der ekstatischen und ansteckenden Weird-Pop-Party von Kakkmaddafakka und dem elektronischen Indie-Pop von Metronomy.

Abseits der Main Stage taten sich lokale Newcomer wie Darjeeling oder The Tame And The Wild hervor, die auf der Young Talent Stage ihre Songs in den Sommerhimmel jagen durften. Auf der Carharrt-Bühne sorgten hingegen vor allem Ivory Clay mit ihren jazzig-meditativen Sounds (inkl. Saxophon) und Mark Ernestus' Ndagga Rhythm Force aus Senegal mit einem Beatfeuerwerk und ekstatischen Tanzeinheiten für stille und obskure Höhepunkte.

Bleiben die Randnotizen eines musikalisch überzeugenden Festivals: Die An- und Abreise zur Galopprennbahn war wieder einmal einwandfrei geregelt, so dass 5000 friedliche und zufriedene Menschen problemlos gen Heimat oder in Richtung der beiden Aftershow-Partys reisen konnten. Der akute Frauenüberschuss führte zu einer Toilettenproblematik, die die Veranstalter durch kurzfristige Umdisponierung in den Griff bekommen konnten. Wenn im nächsten Jahr die Getränke- und Speisevorräte besser eingeplant werden und der Sound auf der Main Stage noch ein wenig lauter gepegelt werden kann, steht den nächsten zehn erfolgreichen Jahren des kleinen und sehr feinen Open Source Festivals nichts im Weg.

Andreas Peters

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.